Allrounder Bockshornklee

Bockshornklee ist ein richtiger Allrounder unter den Krauten. Neben seinen vielen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit ist er auch noch absolut lecker und daher vielseitig einsetzbar.

 

Allgemeines über den Bockshornklee

Der Bockshornklee ist auch unter vielen anderen Namen bekannt: Kuhhornklee, feine Grete, Philosophenklee oder Schöne Margreth sind nur einige davon. In der Bodybuilder-Szene, wo Bockshornkleesamen dank ihrer testosteronsteigernden Wirkung extrem beliebt sind, sind sie unter ihrem englischen Namen Fenugreek bekannt.

 

Seinen Namen verdankt der Bockshornklee seinen langen, schmalen Früchten, die an kleine Ziegenhörner erinnern. Der wissenschaftliche Name Trigonella foenum-graecum bedeutet übersetzt „griechisches Heu“. Diese Bezeichnung ist aus dem alten Griechenland hergeleitet, wo die Menschen die Pflanze größtenteils trockneten und als Viehfutter verwendeten. Getrocknet riecht Bockshornklee tatsächlich wie frisches Heu.

 

Heutzutage ist das Kraut mit Afrika, Indien, Südeuropa, Australien, China und dem Nahen Osten beinahe auf der ganzen Welt verbreitet. In Deutschland wird Bockshornklee jedoch nur noch in sehr kleinen Mengen unter anderem zur Herstellung von Stilltees angebaut. Der größere Teil wächst in Mittel- und Süddeutschland wild. Die Hauptanbaugebiete der Pflanze liegen in Indien und Marokko.

 

Ein Kraut mit einer langen Geschichte

Antike

Die Erfolgsgeschichte des Bockshornklees beginnt schon in der Antike. Man vermutet den Ursprung der Pflanze in Persien und am Mittelmeer. Während man ein Vorkommen in der der Eisenzeit noch nicht definitiv bestätigen kann, belegen Funde eindeutig eine Kultivierung von Bockshornklee in der Kupfersteinzeit. Im alten Ägypten diente die Pflanze der medizinischen Behandlung z. B. in der Geburtshilfe, wurde aber auch für zahlreiche religiöse Handlungen genutzt. Auch bedeutende Herrscher wie der König von Babylonien ließen das Kraut in ihren Gärten anbauen. Das chinesische Kaiserreich nutzte die Pflanze zur Gartengestaltung.

 

Mittelalter

Im Mittelalter machten die römische und altgriechische Medizin den Bockshornklee auch im Abendland bekannt. Hier fand er auch Erwähnung im Lorscher Arzneibuch, dem ältesten erhaltenen Werk zur Klostermedizin. In Südeuropa bauten die Benedektinermönche das griechische Heu in den Klostergärten an. Im Wissen über die vielen positiven Eigenschaften des Krautes ordnete auch Karl der Große die Kultivierung in seinem Garten an. Die Benedektinerin Hildegard von Bingen schwörteauf Bockshornklee bei der Behandlung von Hautkrankheiten. In vielen medizinischen Niederschriften wird die Pflanze noch bis ins 17. Jahrhundert hinein immer wieder erwähnt. Danach geriet der Bockshornklee eine Weile in Vergessenheit.

 

Neuzeit

Pfarrer Sebastian Kneipp machte die Bockshornkleesamen seinerzeit wieder populär. Der Naturheilkundler gilt als einer der größten Befürworter des Bockshornklees der Neuzeit und setzte sich immer wieder für den vermehrten Anbau des Krautes ein. Kneipp erzählte immer wieder begeistert von den vielen positiven Inhaltsstoffen und ihrer gesundheitlichen Wirkung. Dadurch wurden Bockshornkleesamen wieder vermehrt im medizinischen Bereich genutzt und der Anbau wurde forciert.

 

So wirken Bockshornkleesamen

Die Samen des Bockshornklees haben wie bereits erwähnt eine lange Liste an positiven Wirkungen auf die Gesundheit. Diese sind u. a.

  • blutreinigend
  • verdauungsfördernd
  • cholesterinsenkend
  • blutdrucksenkend
  • milchbildend (während des Stillens)

 

Diese positiven Auswirkungen auf den Körper werden ermöglicht durch die vielen guten Inhaltsstoffe des Bockhornklees. Hierzu gehören z. B.

  • Eisen (für eine optimale Sauerstoffversorgung der Zellen)
  • ZKalzium (wichtig für den Knochenaufbau und zur Stoffwechselregulierung)
  • Magnesium (regelt die Reizweiterleitung von den Nerven zu den Muskeln)
  • Vitamin A (ein Allround-Vitamin, u. a. zuständig für die Sehkraft und die Bildung von roten Blutkörperchen)
  • Vitamin B6 (übernimmt wichtige Aufgaben u. a. im Fettstoffwechsel)
  • Vitamin D (an fast allen Stoffwechselvorgängen und maßgeblich am Erhalt eines gesunden Immunsystems beteiligt
  • ätherische Öle (haben eine antibakterielle, desinfizierende Wirkung)

 

Verwendung von Bockshornklee

Die Samen des Bockshornklees werden in erster Linie in zwei Bereichen verwendet. Zum einen auch heute noch im medizinischen Bereich, zum anderen erfreuen sie sich auch in der Küche immer größerer Beliebtheit.

 

Medizin

Bockshornklee kann sowohl bei äußerlichen als auch bei innerlichen Beschwerden angewendet werden. Zur äußerlichen Behandlung sind z. B. Brei-Umschläge gegen rheumatische Beschwerden, Verspannungen, Hexenschuss und auch Hautinfektionen geeignet. In Indien, China und Tibet gelten Aufgüsse mit Bockshornklee als wahres Wundermittel gegen Husten und zur Reinigung der Atemwege. Innerlich helfen Produkte auf Bockshornklee-Basis in erster Linie gegen Magen- und Verdauungsbeschwerden.

 

In einer Studie, in der Parkinson-Patienten mit einem Bockshornklee-Extrakt behandelt wurden, stellte man eine leichte Verbesserung einiger Symptome der Krankheit fest. Die Verantwortlichen dieser Studie folgerten hieraus, dass die Inhaltsstoffe eventuell die Schädigung bestimmter Nervenzellen verzögern kann.

 

Außerdem enthalten Bockshornkleesamen eine große Menge der Aminosäure Histidin, die für ihre gute Wirksamkeit gegen Leberschäden bekannt ist.

 

Küche

Der Geschmack von Bockshornklee ist würzig-bitter. Im Nahen Osten, Spanien und Nordafrika dienen die Samen auch heute noch sowohl als Nahrungsmittel als auch als Viehfutter. Sie werden entweder frisch oder geröstet bzw. gekocht verzehrt. Auch als Gewürz sind Bockshornkleesamen sehr populär. In Indien sind sie ein wichtiger Bestandteil einiger Currymischungen. In der Türkei findet man sie in der traditionellen Würzpaste Chaman. Lamm-, Schweine- und Rindfleisch verpasst Bockshornklee genauso ein unvergleichliches Aroma wie Fisch. Auch vegetarischen und veganen Gerichten, wie der Roten Linsen-Suppe unten, die Du unbedingt einmal probieren solltest, geben die Samen den letzten Pfiff. In Südtirol sind mit Bockshornklee gewürztes Brot und Käse sehr populär. Die Sprossen sind leckere Begleiter zu allen grünen Salaten.

 

Vegane Rote Linsensuppe

 

Zutaten für 4 Personen:

 

  • 1 EL Erdnussöl
  • 1 kleine, fein gehackte Zwiebel
  • 1 EL frischer, fein gehackter Ingwer
  • 1 fein gehackte Knoblauchzehe
  • 1 Prise Bockshornkleesamen
  • 200 g rote Linsen, trocken
  • 150 g Butternut-Kürbis, geschält und entkernt, gewürfelt
  • 15 g frischer Koriander
  • 500 ml Wasser
  • 450 ml Kokosmilch
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 TL Currypulver
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • 1 Prise Muskat
  • Salz, Pfeffer

 

Zubereitung:
Das Öl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Bockshornkleesamen zugeben und alles anbraten, bis die Zwiebel glasig und etwas weich ist.
Dann die Linsen, den Kürbis und den Koriander dazugeben und untermischen. Wasser und Kokosmilch angießen und das Tomatenmark dazugeben. Mit Currypulver, Cayennepfeffer, Muskat, Salz und Pfeffer kräftig würzen.

 

Alles einmal aufkochen, dann bei geringer Hitze ca. 30 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis und die Linsen weich sind.
Anschließend eventuell noch einmal abschmecken und servieren.

 

 


 

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