Anwendung beim Tier

Auch die Tiermedizin bedient sich des Bockshornkleesamens zur Wundenbehandlung, besonders offener eitriger Wunden sowie zur Behandlung von Ekzemen, Geschwüren, Furunkeln und Krätzen.

 

So ist auch Bockshornkleesamen ein wesentlicher Bestandteil der „Fresspulver“ für die Mast von Schlachttieren [2] [4] [21]

 

Innerlich wird der Teeaufguss gegen den Rotz der Pferde (wurde auch schon in der Schweizer Pharmakopöe erwähnt) sowie gegen Kehlsucht angewendet [1] [31]. Das Samenpulver wird dem Futter beigemengt, um die Fresslust der Haustiere zu steigern.

 

ü berhaupt, wo Bockshornkleesamen laufend ins Futter beigemengt wird, gibt es gesunde und kräftige Tier. Trotz aller chemischen Pillen und Tabletten haben bei den naturverbundenen Menschen die Heilpflanzen noch immer ihr hohes Ansehen behalten.

Ein alter Bauer sagte einmal dem Autor:

Drei Heilpflanzen mit Anfangsbuchstaben B sollen auf keinem Bauernhofe fehlen: „Beinwurz, Brennnessel und Bockshornklee. Mensch und Tier bleiben gesund!" [2]

Die frühere Anwendung als Futterpflanze und der Einsatz als Volksmedizin hat bestimmt manchen dazu angeregt, spezielle Tierarzneimittel herzustellen. In einen US-Patent von 1868 [15] wird eine Mischung aus Bockshornkleesamen und anderen Ingredienzien zu „Konditionsverbesserung“ von Rindern und anderen Tieren empfohlen. 10 Jahre später wird wiederum als US-Patent [14] eine Rezeptur niedergelegt, die gegen Cholera bei Geflügel wirken soll. Nach weiteren 6 Jahren wird in den USA eine Tierarznei für Rinder angemeldet [30]. Sie wirkt gegen Fieber und Entzündungen der Lunge. Im Jahr 1889 meldete ein Amerikaner beim Patentamt, dass ein bestimmtes Gemisch mit Bockshornkleesamen die Abstoßung der Plazenta bei Haustieren erleichtert [16].

 

Der appetitanregende Effekt von Bockshornsamen wurde im Tierversuch belegt und ist vermutlich auf die Bitterstoffe und aromatischen Bestandteile zurückzuführen [4].

 

Die oben erwähnte „Konditionsverbesserung“ wurde dann nochmals in einem französischen Patent aus dem Jahre 1975 Nr. 7502277 [18] angemeldet. Durch die spezifische Rezeptur soll auch hier eine Wirkung gegen Tuberkulose und Parasiten erzielt werden.

 

Im Jahr 1981 wurde das uns letzte bekannte Patent zu diesem Themenkreis in USA angemeldet [17]. Die Indikation ist hier Arthrose bei Hunden. Bei einem Hund wurde dieses Mittel erprobt. Nach 5 Monaten waren die Gelenke nach Röntgenuntersuchungen nahezu normal.