Volksheilkunde

Erst durch Pfarrer Kneipp wurde die Verwendung des Bockshornklees wieder neu belebt. Durch die starke Nachfrage setzte wieder ein neuerlicher Anbau ein. Kneipp lobte diese Heilpflanze bei jedem Anlass sehr und setzte sich auch stets für deren Anbau ein. Kneipp sagte:

Foenum graecum ist das beste von allen mir bekannten Heilmitteln zum Auflösen von Geschwülsten und Geschwüren.

Kneipp schrieb:

Die Samen wirken entzündungshemmend, erweichend und aufsaugend; die gereinigten Wunden heilen sehr bald zu. Die Bockshornsamen wirken so eiterentziehend, dass Blutvergiftungen verhindert werden, ebenso die Bildung wilden, faulen Fleisches.

Der zu Pulver feingeriebene Samen wird in Form von Breiumschlägen angewendet, die möglichst warm aufgelegt werden sollen. Diese warmen Breiumschläge lindern die gichtischen Schmerzen sowie Neuralgien, Ischias, Drüsenanschwellungen, ja sogar verhärtete skrofulöse Knoten der Brust werden nicht nur wohltuend, sondern heilend beeinflusst. Selbst die schlimmsten Furunkel, Fistelbildungen, Knocheneiterungen, offene Füße, Oberschenkelgeschwüre und Tumore werden geheilt. [2] [4]

Auch innerlich wird der Bockshornkleesamen für eine Reihe von Erkrankungen angewendet, allein oder zusammen mit anderen Heilpflanzen. Zum innerlichen Gebrauch wird der Samen am besten kalt angesetzt.

Man lässt ihn einige Stunden ziehen, seiht nach ganz kurzem Aufkochen sogleich ab und süßt diesen mit Honig. Dieser Tee, 2 bis 3 Tassen am Tage schluckweise getrunken, reinigt die Brust vom zähen Schleim, nimmt die Appetitlosigkeit der Kinder und der Erwachsenen, beseitigt Schwäche und Magerkeit und nimmt den so genannten "Geruch der Kranken", der bei längerer Krankheit durch die Haut ausdünstet.

Ferner leistet der Tee sehr gute Dienste bei Rachitis der Kinder, Skrofulose, Lungen-, Knochen- und Gehirntuberkulose und bei Hinfälligkeit durch vorgeschrittene Zuckerkrankheit. Da die Abwehrkräfte im Körper gesteigert werden und der Tee blutreinigend wirkt, dient dieser im Verein mit warmen Breiumschlägen sogar zur unterstützenden Behandlung bei Hauttuberkulose und Lupus erythematodes, einer tuberkulösen Hautkrankheit.

Als Gurgelwasser wirkt der Tee hervorragend bei allen entzündlichen Vorgängen des Rachens und der Mundschleimhaut [1] [2] [4]

Weitere Anwendungen nach Willfort, die sich teilweise aus alten Geschichtsbüchern wiederholen, aber auch nach neueren Erkenntnissen: [2]
Bockshornklee wird äußerlich als Samenaufguss bei Haarschwund und Erbgrind in Form eines Badewassers mit Erfolg angewandt. Dieses darf aber nie zweimal benützt werden sondern muss stets neu zubereitet werden. Der zerstoßene Samen, mit Olivenöl zu einem Brei vermengt und damit die Kopfhaut oft und gründlich eingerieben, unterbricht den Haarausfall und lässt neue Haare wieder wachsen, wenn nicht tiefere Ursachen den Haarausfall auslösten.

Der innerliche und äußerliche Gebrauch wird bei Hämorrhoiden empfohlen, besonders die warmen Breiumschläge wirken schmerzstillend. Der gepulverte Samen, innerlich eingenommen, bringt bei verschiedenen Knochenerkrankungen der Kinder, so bei Schwund der Knochensubstanz, Knochengeschwulst oder bei Knochenmarksentzündung gute Erfolge. Der Tee wird bei Erkältungen, mit Honig gesüßt, gerne eingenommen, er wirkt hustenlindernd und schleimlösend.

 

Klistiere werden angewendet (in Form eines sehr schleimigen Tees) bei Aftervorfall, hartnäckigster Darmverstopfung, ja selbst bei Darmtuberkulose und bei Mastdarmkrebs.

 

Zur Beseitigung übermäßiger Magerkeit empfiehlt die Volksheilkunde nachstehende Kur:

Man nehme durch einige Wochen 3mal täglich zwischen den Hauptmahlzeiten einen Brei, bestehend aus je 1 Teelöffel Butter und Honig und 2 Teelöffel Samenpulver, alles gut vermengt.

Der Bockshornsamen wird auch als ein gutes Mittel gegen Milzerkrankungen geschätzt. Die Volksheilkunde empfiehlt nicht nur den Teegenuss (schluckweise 2 bis 3 ungesüßte Tassen am Tage), sondern auch bei Schmerzen in der Milzgegend die Auflage eines warmen Breiumschlages.
Der schleimige Tee als Fußbad täglich genommen, ist ein sehr gutes Hausmittel bei Schweißfüßen oder als Handbad bei Schweißhänden [2] [25].

Hier verweisen wir auch auf die Iontophoresetherapie bei Hyperhidrose, also sehr starkem Schwitzen.